Sind geschlossene Fonds als Geldanlage völlig ungeeignet?
In Foren ist die Meinung über geschlossene Fonds fast einstimmig: Geschlossene Fonds sind als Geldanlage nicht geeignet. Da kann man Begründungen lesen, dass sie zu undurchsichtig seien, das nur die Herausgeber der Fonds Gewinne einstreichen, aber der Anleger leer ausgeht. Das sind an sich keine falschen Aussagen, nur darf man es auch nicht auf alle Fonds verallgemeinern.
Gerade bei den offenen Fonds kann man sich in letzter Zeit nicht der Tatsache entziehen, dass sie nur geschaffen wurden um den Anleger zu verwirren. Da stellen sich als sicher versprochene Fonds als Verlustbringer heraus. Rentenfonds wurden als sehr sicher beschrieben, doch durch die Anlage in Anleihen haben auch die Rentenfonds Verluste gemacht. Die Herausgeber der Anleihen konnten nicht mehr zahlen, also mussten auch die Rentenfonds auf die sicher geglaubten Raten aus den Anleihen verzichten. Nun muss man den Fonds zu Gute halten, das die momentane wirtschaftliche Lage nicht normal ist und es unter normalen Umständen nur zu sehr wenigen Ausfällen bei Anleihen kommt. Doch anders sieht die Situation bei den offenen Immobilienfonds aus. Dort kam es, zwar auch aufgrund der Krise, zu großen Mittelabflüssen. Da die Fonds nun in finanzielle Engpässe kamen und den Verkäufern ihre Anteile nicht mehr auszahlen konnten, wurde der Verkauf gestoppt und die Anleger kommen nicht an ihr Geld. Natürlich kam es soweit, da die Krise die Leute panisch gemacht hat und sie deshalb ihr Geld zurück wollten. Doch so hätte es, nach Meinung Einiger, auch unter normalen Umständen dazukommen können, wenn die Anleger aus verschiedenen Gründen einfach ihr Kapital abgezogen hätten.
Im Unterschied dazu wissen die Anleger von geschlossenen Fonds von Beginn an, dass sie nicht mehr an ihr Geld kommen und auch mit ihrer Einlage für die Schulden und Verluste der Fondsgesellschaft haften. Ein Kritikpunkt ist sicherlich die fehlende Mitbestimmung der Anleger, die nicht entscheiden können, was mit ihrem Geld gemacht wird. Das Informationsrecht ist dann nicht wirklich ein Ersatz. Das Argument der Undurchsichtigkeit kann auch nicht ganz entkräftet werden, da der Anleger ja keinen Einfluss auf die Entscheidung des Managements hat. Das Investitionsobjekt dagegen sollte bei Immobilienfonds oder Schiffsbeteiligungen eigentlich klar sein, Immobilie oder Schiff. Ein weiteres Argument der Gegner von geschlossenen Fonds ist das Risiko eines Totalverlustes des angelegten Kapitals, wenn die Fondsgesellschaft Insolvenz anmelden muss. Dieses Risiko kann nicht negiert, sondern muss klar betont werden, auch wenn das Risiko noch so niedrig sein mag, es ist vorhanden. Bei offenen Fonds muss der Anleger auch mit den Kursverlusten leben, das ist nun einmal das allgemeine Risiko einer Geldanlage, sie ist niemals zu 100 % sicher, Verluste sind immer möglich.
Letztlich entscheidet die persönlichen Einstellung, ob man das Risiko eingehen will oder nicht. Im Zweifelsfall sollte man die einfachsten Angebote auswählen.