Anleihen werden interessanter
Die Finanzkrise zeigt erste Auswirkungen auf die großen Unternehmen. Erst kürzlich brachte der große Automobilhersteller BMW eine Anleihe auf den Markt, die bei einer Laufzeit von 5 Jahren 8,96 Prozent Rendite verspricht.
Normalerweise wurden Anleihen von BMW mit der höchsten Finanzkraft bewertet, weshalb in der Vergangenheit gerade einmal 1 % Rendite dabei heraussprang. Das hat sich nun geändert. BMW und andere große Unternehmen bekommen von den Banken nicht mehr so leicht Kredite und haben nun Probleme an die benötigten Geldmittel zu kommen. Aber bei einer Anleihe mit 5 Jahren Laufzeit, einen Zinssatz von 8,96 % anzubieten, scheint übertrieben zu sein, doch spiegelt es die aufkommende Not der Unternehmen wieder an Kapital zu kommen. Die Anleger fürchten eine Rezession und haben Bedenken, ob die Herausgeber der Anleihen bei solch einer Rezession die fälligen Zinsen zahlen könnte. Deshalb musste BMW mit den sehr hohen Zinssätzen bei diesen Anleihen werben, um überhaupt noch Anleger anzulocken. Es wird sich in nächster Zeit zeigen, ob aufgrund des hohen Zinssatzes Anleger bereit sind, diese Anleihen zu kaufen.
Wenn aber noch mehrere Unternehmen sich ähnlich wie BMW verhalten und auch Anleihen mit ähnlich hohen Zinssätzen herausgeben, so könnten die Rentenfondsbesitzer davon profitieren. Rentenfonds legen einen Großteil ihres Kapitals in Anleihen an und sollten sie einige dieser neuen Anleihen in das Depot aufnehmen, so könnten sie in den nächsten Geschäftsjahren hohe Gewinne erzielen, solange die Wirtschaftskrise sich nicht verschlimmert und die Rezession nicht zu hart zuschlägt, so dass die Unternehmen die fälligen Zinsen nicht mehr zahlen könnten. Eine Investition in einen Rentenfonds könnte jedenfalls weniger riskant sein, als ein Direktkauf von einer BMW-Anleihe, da beim Rentenfonds die möglichen Verluste, aus dem nicht Bezahlen der Zinsschuld seitens der Unternehmen, durch andere Anlagen aufgefangen werden könnte. Diese Risikostreuung liegt bei einer Direktinvestition ja nicht vor.