Wie sicher sind Medienfonds?
Eine Möglichkeit das Produzieren von Film- und Fernsehproduktionen zu unterstützen, ist der Erwerb von Medienfonds. Diese Gesellschaften sammeln Gelder von konstitutionellen Anlegern, aber auch von Privatanlegern, um in bestimmte Produktionsgesellschaften zu investieren. Nach Ablauf der Produktion und Fertigstellung des Films sollen dann die eingespielten Gewinne an die Fondsgesellschaft und später an die Anleger ausgezahlt werden. Bei einem Blockbuster wären so große Gewinne, also auch hohe Renditen für die Anleger zu erwarten. Soweit die Theorie zu den Medienfonds, doch wie sieht die Praxis aus?
Wer im Moment bei den Suchmaschinen den Begriff Medienfonds eingibt, der wird nur Artikel über Prozessverfahren gegen die Herausgeber von Medienfonds lesen. Das liegt vor allem daran, dass einige Banken Medienfonds an Anleger verkauft haben, ohne diese vor den Risiken und Gefahren der Fonds ausreichend hingewiesen zu haben. So kam es bisher zu einer Welle von Klagen gegen die Commerzbank, die VIP Medienfonds Typ 3 und 4 an interessierte Anleger verkauft hat. Nicht nur, dass die Commerzbank die Anleger nicht ausreichend über die Risiken informiert hat, sondern die Tatsache das einigen Anlegern diese Medienfonds als Altersvorsorge verkauft wurde. So kam es, dass nach den ersten schlechten Jahren der Medienfonds, die Anleger misstrauisch wurden und sich über die Risiken bewusst wurden und danach gegen die Commerzbank auf Schadensersatzzahlungen geklagt haben.
Jetzt ist es notwendig zu wissen, dass Medienfonds zu den geschlossenen Fonds zählen und deshalb besondere Merkmale aufweisen. Wie schon weiter oben erwähnt sammeln die Medienfonds Kapital, in dem sie Anteile von der Fondsgesellschaft an interessierte Anleger verkaufen. Die Käufer der Anteile werden dann zum Kommanditisten, da die rechtliche Form der Gesellschaft meist die einer GmbH & Co. KG entspricht. Nach erreichen der vorher festgelegten Investitionssumme wird der Fonds geschlossen, keine weiteren Käufe sind mehr möglich, aber auch keine Verkäufe der Anteile mehr, vor dem Ende der Laufzeit des Fonds. Somit ist man an diese Investition während der gesamten Laufzeit gebunden.
Der springende Punkt ist nun, dass bei einem Konkurs der Fondsgesellschaft der Kapitalanteil der Anleger mit zur Schuldentilgung verwendet wird und es so im schlimmsten Fall zu einem Totalverlust des investierten Kapitals kommen kann. Soviel zu dem Risiko von Verlusten im absolut schlimmsten Fall, welcher nicht sehr häufig vorkommt. Aber auch im normalen Fall sind Medienfonds nicht sicher, da keiner voraussehen kann, wie die Filmproduktion läuft und wie erfolgreich der Film sein wird. Unerwartete Kosten oder schlechte Besucherzahlen in den Kinos können aus dieser Investition sehr schnell eine Fehlinvestition machen. Was im Idealfall, bei einer guten Produktion und sehr hohen Besucherzahlen, sehr schnell zu einer sehr guten Investition werden kann. Welcher Fall von beiden eintreten wird, kann kein Berater vorhersehen, deshalb handelt es sich bei Medienfonds um eine riskante Investitionsmöglichkeit.