Sind offene Immobilienfonds sinnvoll?
Die Krise hat gezeigt, dass das Paradoxon der offenen Immobilienfonds doch keine so gute Geschäftsidee ist. Die kurzfristige Geldanlage mit langfristigen Investitionsobjekten durchzuführen scheint für das Fondsmanagement zu viel zu sein.
Doch erstmal zum Anfang. Woher kommt das Problem, dass viele offene Immobilienfonds den Verkauf ihrer Anteile gestoppt haben und die Anleger nicht an ihr Geld kommen? Ein Immobilienfonds sammelt in der Regel Kapital, um es in verschiedene Immobilien zu investieren. Die Mieteinnahmen aus diesen Immobilien sind dann auch die Haupteinnahmequelle für die Immobilienfonds. Da eine Investition in eine Immobilie im Normalfall nur langfristig Sinn macht, waren die Immobilienfonds in der Vergangenheit auch limitiert, das heißt der Fonds sammelte solange Geld, bis die vorgegebene Investitionssumme erreicht wurde, und wurde dann für weitere Käufer geschlossen. Eine Immobilie ist im Kauf oder Neubau sehr teuer, also dauert es eine gewisse Zeit, bis man durch die Mieteinnahmen zu einem Gewinn kam. Deshalb waren diese geschlossenen Immobilienfonds auch langfristig ausgelegt, mit Laufzeiten von über 15 Jahren. Diese Anleger waren darauf aus, ihr Geld langfristig anzulegen, und mussten auch während der Laufzeit nicht an ihr Geld, also eine Geldanlage die für die Anleger Sinn machte.
Da im Vergleich zu anderen Fonds, wie beispielsweise Aktienfonds, während der Laufzeit niemand an sein Geld kam, haben sich einige Fondsmanager zusammengeschlossen und neue Gesellschaften gegründet, die genau das ermöglichten. Diese neuen offenen Immobilienfonds wurden nun nicht mehr ab einer bestimmten Investitionssumme geschlossen, sondern verkauften immer mehr von ihren Anteilen, theoretisch können das unendlich viele sein. Und wenn ein Anleger seine Anteile wieder verkaufen wollte, so konnte er das täglich tun, wie bei Aktienfonds. Solange die Zu- und Abflüsse immer auf ungefähr gleichem Niveau waren, konnten die Fondsmanager auch immer den Verkäufern der Anteile ihr Geld auszahlen und alles war in Ordnung, das System funktionierte.
Jetzt haben aber im Zuge der Wirtschaftskrise viele Anleger, vor allem auch große Anleger, Angst um ihr Geld gehabt und ihre Anteile verkauft. Nun waren deutlich mehr Ab- als Zuflüsse und die Fondsgesellschaften kamen in finanzielle Engpässe. Normalerweise würden andere Fondsmanager, wie z.B. bei Aktienfonds einfach mehrere Aktienpakete verkaufen und so wieder an liquide Mittel kommen, um die Verkäufer auszuzahlen. Doch da liegt das Problem bei den Immobilienfonds. Immobilien lassen sich nun mal nicht innerhalb einer Woche verkaufen und deshalb haben die Fondsmanager mehrerer offener Immobilienfonds den Stopp der Auszahlungen beschlossen.
Also sind die offenen Immobilienfonds momentan genauso geschlossen, wie andere Investmentfonds und die Anleger kommen nicht an ihr Kapital. Da stellt sich doch automatisch die Frage, ob nicht vielleicht die gesamte Geschäftsidee der offenen Immobilienfonds schlecht ist, denn diese finanziellen Engpässe können in Zukunft immer wieder auftreten, solange die Abflüsse über längere Zeit größer sind als die Zuflüsse. Solch ein Fonds kann auf Dauer nicht funktionieren und es wäre gut, wenn viele dieser Fonds Pleite gehen, damit die Anleger nicht mehr auf solche schlechten Geldanlagen hereinfallen.