Nachfolger auf dem Chefposten des IWF gesucht
Dominique Strauss-Kahn, der derzeitige Managing Director des Internationalen Währungsfonds, ist am Donnerstag von seinem Amt zurückgetreten. Strauss-Kahn wird beschuldigt in New York ein Zimmermädchen sexuell genötigt und fast vergewaltigt zu haben. In seinem Rücktrittsgesuch versicherte er allerdings, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nicht wahr seien.
Die bisher verhaltene Diskussion über einen möglichen Nachfolger von Strauss-Kahn ist damit endgültig entbrannt. Mitten in der europäischen Schuldenkrise muss sich der IWF nun um einen würdigen Nachfolger bemühen. So wurde vom niederländischen Notenbankgouverneur Nout Welling der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet ins Spiel gebracht. Auch die Bundesregierung und die EU-Kommision sprechen sich wieder für einen Europäer auf dem Chefposten des IWF aus. Damit werden China und Brasilien völlig außen vor gelassen, was diese alles andere als begrüßen. Besonders der ehemalige Finanzminister Brasiliens Guido Mantega hat verlauten lassen, dass man den IWF-Chef nicht anhand seiner Nationalität, sondern seiner Fähigkeiten auswählen sollte.
Zusätzlich zu dieser Diskussion, von der erwartet wird, dass die Entscheidung nicht übers Knie gebrochen wird, kommt, dass sich Europa mitten in der Schuldenkrise befindet. Der IWF ist dabei der wichtigste Krisenhelfer, da er zusammen mit den Europäern Milliarden-Rettungspakete für die in Schwierigkeiten gelangten Staaten schnürt. Zusätzlich verschärft sich derzeit die Haushaltslage in den USA und in den großen Schwellenländern droht, durch ihre zunehmend wachsende Wirtschaftskraft, eine Inflation.