Geldanlage

Fonds als Geldanlage?

Was ist der Unterschied zwischen der Geldanlage und der Kapitalanlage? Oft werden die beiden Begriffe zwar synonym verwendet, doch dürfte das nicht ganz richtig sein. Nehmen wir einmal folgende Definition an: die Geldanlage ist kurzfristiger, die Kapitalanlage langfristiger Natur. Dem entsprechend müsste die Frage “Fonds als Geldanlage?” eigentlich verneint werden.

Der klassische Fonds hat einen relativ hohen Ausgabeaufschlag von bis zu 5 %, um die Kosten des Vertriebs zu decken. Bei Fonds ohne Ausgabeaufschlag sind diese Kosten in den laufenden Kosten des Fonds versteckt. Der Anleger in Fonds muss sie in jedem Falle bezahlen. Er muss auch die laufenden Kosten des Fonds bezahlen, die nicht zuletzt aus den nicht gerade niedrigen Gehältern der Fondsmanager bestehen. Ob der Fonds damit wirklich besser abschneidet als eine selbst ausgesuchte Geldanlage in Festgeld oder Tagesgeld? Heute sind die Zinsen für Festgeld und Tagesgeld recht niedrig. Da haben die Fondsmanager gute Chancen, diese Zinsen zu toppen, wenn sich der Anleger bei der Auswahl seiner Geldanlage keine Mühe gibt.

Fonds sind also, weil sie Ankaufs – und/oder Verkaufskosten haben, nur für die langfristige Kapitalanlage geeignet und nicht für eine kurzfristige Geldanlage. Ein Beispiel: Wenn Sie einen Fondsanteil mit 5 % Ausgabeaufschlag heute kaufen und ihn morgen wieder verkaufen, müssen Sie diese 5 % als Verlust buchen, von möglichen Kursänderungen einmal abgesehen.

Das heißt also, dass für die kurzfristige Geldanlage Tagesgeld und Festgeld wesentlich besser geeignet und vor allem auch ohne Kursrisiko sind. Irgendwelche Kosten entstehen da in der Regel nicht. Die Zinsen sind deshalb in voller Höhe Ertrag.

Es gibt natürlich auch Fonds, bei denen nur die Transaktionsgebühren an der Börse anfallen. Je nach dem Broker, der das Wertpapierkonto führt, sind diese höher oder niedriger, doch entstehen sie bei jedem An- und Verkauf. Sie müssen immer durch das Ergebnis des Fonds abgedeckt werden, ehe man einen Gewinn erzielen kann. Auch hier gilt also, dass nur eine langfristige Kapitalanlage sinnvoll ist. Solche Fonds, als ETF oder Exchange Traded Fonds bezeichnet, sind dann besser geeignet, wenn sie passiv gemanagt werden, also einem Index nachgebildet sind, und so wenig Verwaltungskosten verursachen.

Spezielle Geldmarktfonds, die aufgrund der Zinssituation aber ebenfalls nur geringe Renditen aufzuweisen haben, könnten noch eine Möglichkeit bieten, wenn jemand eine Geldanlage unbedingt in Fonds tätigen will. Sie können sich keine großen Ausgabeaufschläge oder Rücknahmekosten leisten. Da aber auch hier die Fondsmanager letztlich nur mit Wasser kochen, ist es nicht zu erwarten, dass sie eine sehr viel bessere Rendite erwirtschaften als eine Geldanlage in Festgeld oder Tagesgeld.